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Kinder- und Jugendbeteiligung

Diese Seite bietet grundlegende Informationen zum Thema Kinder- und Jugendbeteiligung und richtet sich an alle, die in diesem Bereich arbeiten (wollen). Der Begriff Partizipation, also Beteiligung, kann unterschiedlich definiert werden. Auf die vielfältigen Begriffsdefinitionen wird hier jedoch nicht im Detail eingegangen.

Kinder- und Jugendbeteiligung bedeutet für die ARGE Partizipation die verbindliche Einbindung von Kindern und Jugendlichen in Entscheidungsprozesse zu allen Themen, von denen sie mittelbar oder unmittelbar betroffen sind. Diese Grundhaltung prägt einerseits die tägliche Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, andererseits aber auch Projekte, die gezielt zur Beteiligung von jungen Menschen umgesetzt werden.

Auf dieser Seite erfahren Sie:

Ebenso finden Sie konkrete Hilfestellungen für die Umsetzung von eigenen Beteiligungsprojekten in den Publikationen der ARGE Partizipation.

Diese Seite erhebt keinesfalls den Anspruch, einen Überblick über die Vielzahl an Projekten und Aktivitäten zu geben. Aktuelle, konkrete Informationen erhalten Sie bei den AnsprechpartnerInnen der ARGE Partizipation.

Wozu Beteiligung?

Die ARGE Partizipation versteht die Beteiligung junger Menschen als Chance, politische Prozesse und damit Gesellschaft zu gestalten:

SOLIDARITÄT

Durch die Beteiligung setzen sich junge Menschen und (politisch) Verantwortliche mit den Ideen, Visionen und Bedürfnissen des Gegenübers auseinander. Dies fördert solidarisches Handeln.

IDENTIFIKATION

Junge Menschen setzen sich mit ihrem Lebensumfeld auseinander. Die Identifikation mit der Gemeinde, der Schule usw. wird gestärkt.

VERANTWORTUNGS-BEWUSSTSEIN

Beteiligung fördert das Engagement junger Menschen und ermöglicht es ihnen, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Dies trägt zur Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen bei.

SOZIALER ZUSAMMENHALT

Bei der Beteiligung junger Menschen findet der Dialog nicht nur zwischen (politisch) Verantwortlichen und jungen Menschen statt, sondern auch zwischen Generationen. Dies fördert gesellschaftlichen Zusammenhalt.

LÖSUNGEN

Durch die Beteiligung setzen sich junge Menschen und (politisch) Verantwortliche mit den Ideen, Visionen und Bedürfnissen des Gegenübers auseinander. Dies fördert solidarisches Handeln.

SELBSTWIRKSAMKEIT

Durch die Beteiligung setzen sich junge Menschen und (politisch) Verantwortliche mit den Ideen, Visionen und Bedürfnissen des Gegenübers auseinander. Dies fördert solidarisches Handeln.

VONEINANDER LERNEN

Durch die Beteiligung setzen sich junge Menschen und (politisch) Verantwortliche mit den Ideen, Visionen und Bedürfnissen des Gegenübers auseinander. Dies fördert solidarisches Handeln.

KOMMUNIKATION

Durch die Beteiligung setzen sich junge Menschen und (politisch) Verantwortliche mit den Ideen, Visionen und Bedürfnissen des Gegenübers auseinander. Dies fördert solidarisches Handeln.

Beteiligung als Recht

Rechtliche und politische Grundlagen für die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen sind unter anderem:

Die UNO-Konvention über die Rechte des Kindes (kurz KRK oder auch Kinderrechtskonvention) wurde am 20. November 1989 von den Vereinten Nationen verabschiedet. Kinderrechte sind eine besondere Art von Menschenrechten, die für junge Menschen unter 18 Jahren große Bedeutung haben. Zu den Kinderrechten zählen das Recht auf Bildung, Gesundheitsversorgung, Schutz vor Gewalt und Ausbeutung sowie Selbst- und Mitbestimmungsrechte, wie z.B. Meinungsfreiheit und das Recht auf Partizipation.

Mehr Informationen finden Sie auf der Website des Netzwerk Kinderrechte.

Am 20. Jänner 2011 hat der Nationalrat das Bundesverfassungsgesetz über die Rechte von Kindern beschlossen und damit zentrale Bestimmungen der UNO-Kinderrechtskonvention in Verfassungsrang gehoben. Am 16. Februar 2011 trat das BVG Kinderrechte in Kraft.

Details zum BVG Kinderrechte finden Sie auf der Kinderrechtsseite des Bundesministeriums für  Arbeit, Familie und Jugend.

Burgenland

Mit dem Burgenländischen Jugendförderungsgesetz 2007 wurden Richtlinien geschaffen, nach denen Personen bzw. Projekte, die bestimmte Kriterien erfüllen, finanziell unterstützt werden können. Weiters regelt das Gesetz den Landesjugendbeirat und das Landesjugendforum sowie die Gemeinde- und BezirksjugendreferentInnen.

Kärnten

Seit 2017 ist in der Kärntner Landesverfassung gesetzlich verankert (Abschnitt 11, § 81a), dass im Landtag mindestens zwei Mal im Jahr SchülerInnenparlamente abzuhalten sind. Teilnahmeberechtigt sind die Mitglieder der LandesschülerInnenvertretung und SchulsprecherInnen aus verschiedenen Schultypen (AHS, BMS/BHS, Berufsschulen etc.)

Niederösterreich

Das Niederösterreichische Jugendgesetz sieht neben der Einrichtung des Gremiums „Landesjugendrat“ vor, dass Kinder und Jugendliche bei Planungen und Projekten der Gemeinden adäquat informiert und beteiligt werden sollen.

Salzburg

Im Salzburger Jugendgesetz (§4) ist die Jugendförderung durch Land und Gemeinden geregelt. Neben Kinder- und Jugendbeauftragten sieht es auch die Einrichtung von Mitbestimmungsmöglichkeiten für junge Menschen, wie bspw. Jugendgemeinderäte, vor.

Steiermark

Das Steiermärkische Jugendgesetz – StJG 2013 bietet eine Grundlage für Mitbestimmung und Mitsprache von jungen Menschen auf Landes- und Gemeindeebene. Ebenso ist darin der Landesjugendbeirat verankert (§11).

Südtirol

Das Regionalgesetz zur Ordnung der Gemeinden Südtirols Nr.4/2004 sieht u.a. die verpflichtende Beteiligung Jugendlicher auf Gemeindeeben vor. Zudem regelt das Landesgesetz zur Förderung der Jugendarbeit in der Provinz Bozen die Einrichtung der drei Landesjugendbeiräte (deutsch, italienisch und ladinisch).

Vorarlberg

Die Beteiligung junger Menschen ist im „Landesgesetz über die Förderung und den Schutz der Jugend“ verankert. Hierbei wird die Landesregierung mit der Einrichtung des Landesjugendbeitrats beauftragt. Ebenso fordert das Gesetz bei der Planung von Vorhaben auf Landes- bzw. Gemeindeebene, die junge Menschen besonders betreffen, geeignete Beteiligungsverfahren. Das „Landesgesetz über öffentliche Kinderspielplätze und naturnahe Freiräume“ regelt die Einbindung von Kindern und Jugendlichen in die Entwicklung altersgerechter Spiel- und Freiräume. Ein übersichtlicher Folder zum Jugendgesetz finden sich auf der Website des Landes Vorarlberg.

Die EU-Jugendstrategie gibt die Richtung der gemeinsamen Jugendpolitik in der EU vor. Mit der EU-Jugendstrategie 2019–2027 haben sich die EU-Mitgliedstaaten auf gemeinsame Visionen, Ziele und Grundprinzipien in der Jugendpolitik für neun Jahre geeinigt.

Junge Menschen sollen die notwendigen Kompetenzen erlernen, um sich an der Gesellschaft zu beteiligen und in einer sich verändernden Welt zurechtzukommen. Die Ausgrenzung von jungen Menschen soll verhindert werden. Die EU-Jugendstrategie treibt zudem die Einbeziehung von Auswirkungen auf junge Menschen bei politischen Entscheidungen voran. Die Identifizierung von jungen Menschen mit europäischen Werten wird gefördert. In der Umsetzung soll Jugendarbeit junge Menschen befähigen und ermutigen, ihr Leben selbst zu gestalten.

Die EU-Jugendstrategie fördert zudem Möglichkeiten für Begegnungen, Zusammenarbeit und Engagement in der gesamten EU und darüber hinaus. Die Beteiligung junger Menschen am demokratischen Leben soll unterstützt werden. Hierfür ist der Jugenddialog als Beteiligungsprozess in der EU-Jugendstrategie festgeschrieben. Dieser ermöglicht jungen Menschen politische Beteiligung auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene und arbeitet an der Umsetzung der Youth Goals für ein jugendgerechtes Europa der Zukunft.

Die Österreichische Jugendstrategie ist ein laufender Prozess zur Stärkung und Weiterentwicklung der Jugendpolitik. Ihr Ziel ist es, Maßnahmen für junge Menschen zu bündeln, zu systematisieren und ihre Wirksamkeit zu optimieren. Die Jugendstrategie soll zudem neue Handlungs- und Kooperationsfelder aufspüren, weiteren Handlungsbedarf benennen und diesen mit konkreten Maßnahmen unterlegen. Als Rahmen dienen vier große Handlungsfelder.

Ein wesentliches Kennzeichen der Österreichischen Jugendstrategie ist die aktive Einbeziehung von Jugendlichen und Fachleuten auf allen Ebenen.

Durch ein permanentes Screening und die Nähe zur Zielgruppe – somit im ständigen Austausch mit Jugendvertretungen und den Jugendlichen selbst – kann die Jugendstrategie auf sich wandelnde Herausforderungen eingehen und richtungsweisend agieren.

Vier Themen haben für die Jugendpolitik in Österreich prioritäre strategische Bedeutung. Sie wurden daher als Handlungsfelder der Jugendstrategie definiert: sie geben die Richtung vor, in die das gemeinsame Bemühen gehen muss.

Es handelt sich dabei um

  • Bildung und Beschäftigung
  • Beteiligung und Engagement
  • Lebensqualität und Miteinander
  • Medien und Information

Mehr Infos zur Österreichischen Jugendstrategie.

Die Kinder- und Jugendstrategie bündelt erstmals Maßnahmen aller Ressorts, Fachabteilungen und Unternehmen hinter der gemeinsamen Vision, Wien zur kinder- und jugendfreundlichsten Stadt zu machen.

Die Strategie ist in neun Kapitel gegliedert, die alle Politikbereiche betreffen: Natur und Umwelt, Chancen und Zukunft, Gesundheit und Wohlbefinden, Gemeinschaft und Miteinander, Raum und Platz, Mitsprache und Meinung, Sicherheit und Geborgenheit, Mobilität und Verkehr, Freizeit und Kultur.

An der Spitze jedes Themenbereichs steht ein Ziel, das partizipativ mit Kindern und Jugendlichen erarbeitet wurde. Im nächsten Schritt wurden aus allen Bereichen der Stadt Maßnahmen gesammelt, die zur Erreichung dieser Ziele beitragen sollen. Insgesamt umfasst die Kinder- und Jugendstrategie 193 Maßnahmen. Darunter finden sich neue Maßnahmen als auch solche, die bereits bestehen und verstärkt werden sollen.

Mehr Infos zur Wiener Kinder- und Jugendstrategie.

Österreich

Die Mitwirkungs- und Mitbestimmungsrechte von österreichischen SchülerInnen sind im Schulunterrichtsgesetz (§57-59) geregelt. In §64 ist der Schulgemeinschaftsausschuss verankert. Die Einrichtung von überschulischen SchülerInnenvertretungen ist zudem im Schülervertretungengesetz geregelt.

Mehr Informationen zur Bundesschülervertretung finden sich hier.

Südtirol

Das Landesgesetz vom 18. Oktober 1995, Nr. 201 regelt die Mitbestimmungsgremien an Schulen in Südtirol.

Das Arbeitsverfassungsgesetz (ArbVG) regelt, dass in jedem Betrieb, in dem dauernd mindestens fünf jugendliche ArbeitnehmerInnen beschäftigt werden, folgende Organe zu bilden sind:

  • Jugendversammlung
  • Wahlvorstand für die Wahl des Jugendvertrauensrates
  • Jugendvertrauensrat

Als „jugendlich“ gelten hierbei alle ArbeitnehmerInnen, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.

Detaillierte, übersichtliche Informationen zum Jugendvertrauensrat sind auf der Website der Österreichischen Gewerkschaftsjugend zu finden.

Qualitätskriterien für Kinder- und Jugendbeteiligung

Erwachsene, die über entsprechende pädagogische und methodische Ausbildung oder Erfahrung verfügen, stehen beratend und unterstützend zur Seite. Sie stellen die Verbindung zu den Entscheidungsstrukturen (Politik, Verwaltung, Schulen usw.) sicher und sorgen für kinder- und jugendgerechte Prozesse.

Kinder und Jugendliche beteiligen sich freiwillig und selbstbestimmt. Sie überlegen selbst, welchen Themen sie sich widmen wollen und welche Schwerpunkte sie sich setzen.

Kinder und Jugendliche sind ExpertInnen ihrer Lebenswelten. Die Zusammenarbeit aller Beteiligten findet respektvoll und wertschätzend statt.

Kinder und Jugendliche sind in möglichst allen Phasen der Projekte aktiv beteiligt und erleben bewusst, wie sie Prozesse und Veränderung mitgestalten können.

Die EntscheidungsträgerInnen klären vorab die zeitlichen, personellen und finanziellen Ressourcen und legen den Projektrahmen fest. Innerhalb dieses Rahmens definieren Kinder und Jugendliche gemeinsam mit den Erwachsenen ihre Projektziele.

Gemeinsame Vereinbarungen werden verbindlich umgesetzt. Die dafür notwendigen Ressourcen (finanziell, zeitlich, personell, räumlich etc.) liegen in der Verantwortung der EntscheidungsträgerInnen.

Kinder und Jugendliche werden im selbstbestimmten politischen Denken gefördert und nicht für politische Richtungen vereinnahmt. Im Hinblick auf politische Parteien, Konfessionen bzw. weltanschauliche Positionen besteht Überparteilichkeit. Für die Bedürfnisse und Interessen der jungen Menschen wird dagegen eine (reflektierte) Parteilichkeit eingenommen.

Die Beteiligungsangebote sind gender- und diversitätsgerecht gestaltet. Die unterschiedlichen Arbeitsformen sind auf die Bedürfnisse von Mädchen und Burschen abgestimmt und sprechen junge Menschen in ihrer Vielfalt an.

Es findet ein Austausch zwischen jungen Menschen und Erwachsenen verschiedenen Alters statt. Dieser Dialog fördert das gegenseitige Verständnis für unterschiedliche Bedürfnisse und Sichtweisen der verschiedenen Generationen.

Die Schritte und Ergebnisse des Partizipationsprozesses werden laufend dokumentiert und allen Beteiligten in verständlicher Form transparent gemacht.

Die Öffentlichkeit (Kinder, Jugendliche, Erwachsene) wird durch verschiedene, den Zielgruppen entsprechende Kanäle über den Mitbestimmungsprozess informiert. Erwachsene werden dabei für die Anliegen von Kindern und Jugendlichen und das Recht junger Menschen auf Mitbestimmung sensibilisiert.

Rahmenbedingungen, Verlauf und Ergebnisse werden gemeinsam mit allen Beteiligten reflektiert. Alle Erfahrungen (Probleme, Herausforderungen, Erfolge, Scheitern, …) sind wertvoll und fließen in zukünftige Beteiligungsprozesse ein.

Download Leitfaden Evaluierung (pdf; 342 KB)

Im Prozess wird das gesamte Umfeld mitgedacht und einbezogen. Dies bedeutet Rücksichtnahme auf die Bedürfnisse anderer Beteiligter sowie gegebenenfalls das Erkennen und Einladen von ExpertInnen aus dem Umfeld.

Beteiligungsfelder

Kinder- und Jugendbeteiligung ist Querschnittsthema, weshalb es junge Menschen zu vielen verschiedenen Themen und an vielfältigen Orten einzubinden gilt. Erste Anknüpfungspunkte bietet jedenfalls das unmittelbare Lebensumfeld von jungen Menschen: in der Familie, Freizeit, Schule und Ausbildung. Darüber hinausgehend gibt es verschiedene Möglichkeiten für junge Menschen, sich auch auf lokaler, regionaler, nationaler und europäischer Ebene in Jugendpolitik einzubringen.

Relevante Strukturen und AkteurInnen in den verschiedenen Beteiligungsfeldern sind bspw.: