Strukturierter Dialog

Junge Menschen müssen aktiv in die Gestaltung und Umsetzung von Politik einbezogen werden. Das zählt seit 2009 auch zu den vertraglich festgelegten Zielen der Europäischen Union (EU). Der Strukturierte Dialog bezieht Jugendliche und EntscheidungsträgerInnen auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene ein, um Mitsprache und Mitgestaltung in der europäischen Jugendpolitik zu ermöglichen.

Die Vision ist, dass der kontinuierliche Informations- und Meinungsaustausch mit jungen Menschen schlichtweg Teil des modernen Politik- und Verwaltungsverständnisses wird. Um einen solchen Dialog möglich zu machen, braucht es einen Rahmen, der die verschiedenen Dialogprozesse strukturiert und für eine gemeinsame Zielrichtung sorgt.

Diese Struktur besteht aus:
  • einem gemeinsamen Bezugspunkt: die EU-Jugendstrategie
  • einem zeitlichen Rahmen: 18-monatige Arbeitsphasen
  • einem transparenten Prozess: Verbindlichkeit, Kontinuität, Ermächtigung

Was bewirkt der Strukturierte Dialog?

Die EU-Jugendpolitik ist im Grunde das, was die Mitgliedsstaaten daraus machen. Das heißt: nur wenn von der lokalen über die regionale bis auf die nationale Ebene Jugendbeteiligung passiert, macht der Strukturierte Dialog auch auf europäischer Ebene Sinn.

Das, was auf lokaler Ebene an Ideen und guten Beispielen da ist, kann auch in der Nachbarregion auf Interesse stoßen. Und genauso lassen sich manche Maßnahmen nur auf nationaler Ebene und nicht bloß im eigenen Bundesland umsetzen. Die Vorschläge, die Österreich auf EU-Ebene einbringt, beeinflussen mitunter Jugendpolitik in ganz Europa.

Ganz wesentlich für den Strukturierten Dialog ist, dass die Beiträge junger Menschen ernst genommen werden und sie eine verbindliche Rückmeldung erhalten. Dafür sorgt die Arbeitsgruppe Strukturierter Dialog. Mit dabei in der Arbeitsgruppe sind: 

Wie funktioniert der Strukturierte Dialog?

In eineinhalbjährigen Prozessen werden europaweit zu einem Schwerpunktthema der EU-Jugendstrategie Ideen eingeholt. Dabei werden in den ersten sechs Monaten ein gemeinsames Verständnis und Fragen zur Konsultation formuliert. Das zweite Halbjahr dient der Sammlung von Lösungsansätzen und der Formulierung von Empfehlungen für den EU-Jugendministerrat. Diese Empfehlungen sollen abschließend zu konkreten Maßnahmen führen.

Die gebündelten Vorschläge aus Österreich werden von JugendvertreterInnen und VertreterInnen des Jugendministeriums bei einer EU-Jugendkonferenz mit den Ergebnissen der anderen Mitgliedsstaaten zusammengeführt. Die Empfehlungen der EU-Jugendkonferenz werden auch in Österreich an Menschen in Verwaltung und Politik herangetragen, um Veränderungen im Sinne der Anliegen von Jugendlichen zu bewirken.

Mitmachen

Die AdressatInnen des Strukturierten Dialogs sind alle, die daran interessiert sind, dass Jugendpolitik gute Rahmenbedingungen für alle jungen Menschen in Österreich und Europa ermöglicht. Die Aktivitäten des Strukturierten Dialogs in Österreich richten sich insbesondere an junge Menschen zwischen 13 und 30 Jahren sowie an all jene, die mit dieser Zielgruppe arbeiten, bspw. JugendarbeiterInnen, LehrerInnen, Kommunal- oder LandespolitikerInnen.

Zum jeweiligen Schwerpunktthema kann auf der Dialog-Plattform www.strukturierter-dialog.at beigetragen werden. Dort finden sich auch laufend alle aktuellen Informationen zu den Aktivitäten in Österreich und Europa.

Eine weitere Möglichkeit sich am Strukturierten Dialog zu beteiligen ist die Förderschiene des Programms „Erasmus+ Jugend in Aktion“ für größere Projekte. Alle Informationen dazu finden sich auf der Website der Nationalagentur bzw. vor Ort bei den Jugendinfos in ganz Österreich.