Qualitätskriterien für Kinder- und Jugendbeteiligung

Begleitung

Erwachsene, die über entsprechende pädagogische und methodische Ausbildung oder Erfahrung verfügen, stehen beratend und unterstützend zur Seite. Sie stellen die Verbindung zu den Entscheidungsstrukturen (Politik, Verwaltung, Schulen usw.) sicher und sorgen für kinder- und jugendgerechte Prozesse.

Freiwilligkeit und Selbstbestimmheit

Kinder und Jugendliche beteiligen sich freiwillig und selbstbestimmt. Sie überlegen selbst, welchen Themen sie sich widmen wollen und welche Schwerpunkte sie sich setzen.

Wertschätzung

Kinder und Jugendliche sind ExpertInnen ihrer Lebenswelten. Die Zusammenarbeit aller Beteiligten findet respektvoll und wertschätzend statt.

Aktivität und Selbstwirksamkeit

Kinder und Jugendliche sind in möglichst allen Phasen der Projekte aktiv beteiligt und erleben bewusst, wie sie Prozesse und Veränderung mitgestalten können.

Gemeinsame Zielformulierung

Die EntscheidungsträgerInnen klären vorab die zeitlichen, personellen und finanziellen Ressourcen und legen den Projektrahmen fest. Innerhalb dieses Rahmens definieren Kinder und Jugendliche gemeinsam mit den Erwachsenen ihre Projektziele.

Verbindlichkeit

Gemeinsame Vereinbarungen werden verbindlich umgesetzt. Die dafür notwendigen Ressourcen (finanziell, zeitlich, personell, räumlich etc.) liegen in der Verantwortung der EntscheidungsträgerInnen.

Überparteilichkeit

Kinder und Jugendliche werden im selbstbestimmten politischen Denken gefördert und nicht für politische Richtungen vereinnahmt. Im Hinblick auf politische Parteien, Konfessionen bzw. weltanschauliche Positionen besteht Überparteilichkeit. Für die Bedürfnisse und Interessen der jungen Menschen wird dagegen eine (reflektierte) Parteilichkeit eingenommen.

Soziale Gerechtigkeit

Die Beteiligungsangebote sind gender- und diversitätsgerecht gestaltet. Die unterschiedlichen Arbeitsformen sind auf die Bedürfnisse von Mädchen und Burschen abgestimmt und sprechen junge Menschen in ihrer Vielfalt an.

Intergenerativer Dialog

Im Laufe des Mitbestimmungsprozesses findet ein Austausch zwischen jungen Menschen und Erwachsenen verschiedenen Alters statt. Dieser Dialog fördert das gegenseitige Verständnis für unterschiedliche Bedürfnisse und Sichtweisen der verschiedenen Generationen.

Dokumentation und Transparenz

Die Schritte und Ergebnisse des Partizipationsprozesses werden laufend dokumentiert und allen Beteiligten in verständlicher Form transparent gemacht.

Öffentlichkeitsarbeit

Die Öffentlichkeit (Kinder, Jugendliche, Erwachsene) wird durch verschiedene, den Zielgruppen entsprechende Kanäle über den Mitbestimmungsprozess informiert. Erwachsene werden dabei für die Anliegen von Kindern und Jugendlichen und das Recht junger Menschen auf Mitbestimmung sensibilisiert.

Evaluierung

Rahmenbedingungen, Verlauf und Ergebnisse werden gemeinsam mit allen Beteiligten reflektiert. Alle Erfahrungen (Probleme, Herausforderungen, Erfolge, Scheitern, ...) sind wertvoll und fließen in zukünftige Beteiligungsprozesse ein.

Download Leitfaden Evaluierung (pdf; 342 KB)

Einbindung des Umfelds

Im Partizipationsprozess wird das gesamte Umfeld mitgedacht und einbezogen. Dies bedeutet Rücksichtnahme auf die Bedürfnisse anderer Beteiligter sowie gegebenenfalls das Erkennen und Einladen von ExpertInnen aus dem Umfeld.